Motten bekämpfen

Lebensmittel- oder Kleidermotten?

Wenn flatternde Lebensmittelmotten zu sehen sind, ist der Schaden schon geschehen. Die erwachsenen Falter nehmen zwar keine Nahrung mehr auf, sie leben aber für die Fortpflanzung – und das nur noch kurze ein bis zwei Wochen. Die Lebensmittel befallen dann aber wieder ihre zahlreichen Nachkommen. Ein Weibchen legt bis zu 500 Eier ab.

Lebensmittelmotte ist eigentlich keine Artbezeichnung, sondern ein Sammelbegriff für eine Reihe von Lebensmittelschädlingen, meist aus der Insektenordnung der Schmetterlinge. Darunter fallen zum Beispiel die Dörrobstmotte, die Mehlmotte, die Samenmotte oder die Kornmotte. Beim Fressen unterschieden sie sich aber nicht! Zu ihren Vorlieben zählen Getreideprodukte, wie etwa Nudeln, Mehl oder Haferflocken. Sie verschmähen aber auch nicht Nüsse, Sonnenblumensamen, Dörrobst, Schokolade – ja nicht einmal Knoblauch und Chilischoten. Das Nahrungsspektrum ergibt sich also aus den Artnamen. Die Vorratsschädlinge sind weltweit in menschlicher Nähe verbreitet.

​Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier direkt auf die geeigneten Lebensmittel ab. Wärme und Feuchtigkeit begünstigen die Entwicklung und können die Eiablage deutlich erhöhen.

Motten folgen derselben Entwicklung wie andere Insekten: Vom Ei über die Larve (Raupe) und Puppe zum fertigen Faltern. Die Larven schlüpfen nach etwa drei bis fünf Tagen aus dem Ei und sind die eigentlichen Schädlinge. Sie leben - wie die Made im Speck - in den Vorräten und fressen sich durch verschiedene Häutungsstadien durch die Lebensmittel. Dort hinterlassen sie typische Gespinste aber auch ihren Kot. Dieses Stadium dauert von den Umgebungsbedingungen zwischen vier Wochen und mehreren Monaten.

Von Lebensmittelmotten befallene Vorräte sind nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet.

Kleidermotten bzw. genauer deren Nachwuchs leben von Proteinen (Keratin) in tierischen Fasern.

Dazu legt das Weibchen in der Natur seine Eier in Nestern von Vögeln oder Säugetieren ab, wo die Larven Haare fressen. In menschlichen Behausungen werden die Mottennester in Federn, Pelzen, Wollstoffen und Polstermöbeln angelegt. Besonders beliebt sind Kleidungsstücke und Sitzmöbel mit Schweißrückständen.

Gefressen wird alles, was potentiell eine Nahrungsquelle bildet. Die Larven fressen daher auch unverdauliche pflanzliche und synthetische Gewebe, solange nur die Möglichkeit besteht, dass neben den unverdaulichen Anteilen auch Keratin enthalten ist. Gefährdet sind daher alle Kleidungsstücke, Auslegware und Sitzmöbel, die einen Woll- oder Pelzanteil enthalten.

Vereinzelt wurde auch schon ein Befall von Lebensmitteln beobachtet. Ein Mottenbefall von Lebensmitteln lässt daher nicht zwangsläufig darauf schließen, dass es sich um Lebensmittelmotten handelt. Eine genaue Diagnose ist mit Pheromonfallen möglich.

Eine Mottenbekämpfung ist bei Mottenbefall mit Kleidermotten zwar in gesundheitlicher Hinsicht nicht dringend nötig, aber eine solche Mottenbekämpfung sollte dennoch so schnell wie möglich durchgeführt werden, damit sich die Motten nicht weiter ausbreiten und die gesamten Textilien im Haushalt zerstören.​